Energieberatung
9.2.2026
Bauwerkstatt Redaktion

Förderkürzungen 2026: So sichern Sie sich jetzt noch bis zu 70% Zuschuss

Das Förderbudget sinkt 2026 um fast 3 Milliarden Euro. Warum Sie jetzt handeln sollten und wie Sie mit der richtigen Strategie noch maximale Zuschüsse für Dach, Solar und Heizung sichern.
Förderkürzungen 2026: So sichern Sie sich jetzt noch bis zu 70% Zuschuss

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Förderbudget sinkt 2026 von 15,3 auf ca. 12 Mrd. Euro – Kürzungen vor allem bei Komplettsanierungen
  • Heizungstausch weiterhin stabil gefördert: bis zu 70% Zuschuss für Wärmepumpen möglich
  • EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) muss bis Mai 2026 umgesetzt werden – neue Pflichten für Hausbesitzer
  • CO₂-Preis steigt auf 55–65 €/Tonne: Heizen mit Öl und Gas wird spürbar teurer

Das Förderbudget schrumpft – und zwar deutlich

Die Bundesregierung hat den Etat der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für 2026 deutlich gekürzt: Statt rund 15,3 Milliarden Euro stehen nur noch etwa 12 Milliarden Euro zur Verfügung – ein Minus von über 3 Milliarden Euro. Besonders betroffen sind umfassende Komplettsanierungen, bei denen Eigentümer auf hohe Zuschüsse angewiesen sind.

Was bedeutet das konkret? Budgets könnten schneller ausgeschöpft sein, Programme zeitweise gestoppt werden und Anträge längere Wartezeiten haben. Wer eine Sanierung, einen Heizungstausch oder eine PV-Anlage plant, sollte deshalb nicht abwarten – sondern jetzt handeln.

Welche Förderungen gibt es 2026 noch?

1. Heizungstausch – weiterhin bis zu 70% Zuschuss

Die Heizungsförderung über BAFA und KfW bleibt 2026 stabil und gehört zu den attraktivsten Programmen:

Fördersätze beim Heizungstausch:

FörderkomponenteZuschussBedingung
Grundförderung30%Für alle Eigentümer
Einkommensbonus+30%Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr
Klimageschwindigkeitsbonus+20%Besonders effiziente Heizungen
Maximal kombiniert70%Max. 21.000 € Zuschuss

Förderfähige Heizsysteme: Wärmepumpen (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser), Biomasseheizungen, Solarthermie, Brennstoffzellenheizungen und Anschluss an ein Wärmenetz sind förderfähig. Besonders gefragt sind Luft-Wasser-Wärmepumpen, die als Monoblock-Variante auch in Altbauten mit hoher Vorlauftemperatur zuverlässig arbeiten.

Neu ab 2026: Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen bei den Geräuschemissionen des Außengeräts mindestens 10 Dezibel unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung liegen, um förderfähig zu sein.

Wichtig: Der Förderantrag muss vor der Auftragsvergabe an den Handwerksbetrieb gestellt werden. Ein Energieeffizienz-Experte muss eingebunden sein.

"Die aktuellen Förderkonditionen für den Heizungstausch gehören zu den besten, die es jemals in Deutschland gab. Niemand weiß, wie lange diese Konditionen bestehen bleiben." – Michael Koczwara, Förderexperte bei Schwäbisch Hall

2. Einzelmaßnahmen – Dämmung, Fenster, Dach

Das BAFA fördert einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen mit direkten Zuschüssen:

Förderfähige Einzelmaßnahmen:

MaßnahmeFördersatzMax. förderfähige KostenMax. Zuschuss
Dachdämmung15% (+ 5% iSFP)30.000 €6.000 €
Fassadendämmung15% (+ 5% iSFP)30.000 €6.000 €
Fenstertausch15% (+ 5% iSFP)30.000 €6.000 €
Heizungsoptimierung15% (+ 5% iSFP)30.000 €6.000 €
Mit iSFP insgesamt20%60.000 €12.000 €

iSFP-Bonus: Wer einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lässt, erhält 5 Prozentpunkte mehr Förderung und die förderfähigen Kosten verdoppeln sich von 30.000 € auf 60.000 € pro Wohneinheit. Die Erstellung des iSFP selbst wird ebenfalls gefördert.

Das Budget für BEG-Einzelmaßnahmen steigt 2026 sogar um 600 Millionen Euro – hier fließt also mehr Geld als zuvor. Gerade Dachdämmung, Fenstertausch und Fassadensanierung sind hier gut aufgehoben.

3. Komplettsanierung zum Effizienzhaus

Bei der Komplettsanierung zeigen sich die Kürzungen am deutlichsten:

KfW 261 – Wohngebäude-Kredit:

EffizienzhausstufeKredit bisTilgungszuschuss
Effizienzhaus 85120.000 €5%
Effizienzhaus 70120.000 €10%
Effizienzhaus 55120.000 €15%
Effizienzhaus 40150.000 €20%
EE-Klasse (Erneuerbare)+30.000 €+5%

BEG-Wohngebäude-Budget wird um 2,86 Milliarden Euro gekürzt. Das bedeutet: Wer eine umfassende Sanierung plant, sollte den Antrag so schnell wie möglich stellen. Bei einem Effizienzhaus-40-Standard mit EE-Klasse können bis zu 150.000 € Kredit mit bis zu 45% Tilgungszuschuss (67.500 €) erreicht werden – aber nur solange Budget vorhanden ist.

4. Steuerbonus als Alternative

Wer die BAFA/KfW-Förderung nicht in Anspruch nehmen möchte, kann die Kosten steuerlich geltend machen:

Steuerbonus für energetische Sanierung (§ 35c EStG): Verteilt auf drei Jahre lassen sich bis zu 20% der Gesamtkosten von der Einkommensteuer absetzen – maximal 40.000 € pro Objekt. Der Steuerbonus gilt für Maßnahmen zwischen 2020 und 2029 und erfordert die gleichen technischen Mindestanforderungen wie die BEG-Förderung.

Wichtig: Entweder Förderung oder Steuerbonus – eine Kombination für dieselbe Maßnahme ist nicht möglich. Welcher Weg günstiger ist, hängt vom persönlichen Steuersatz und der Investitionshöhe ab.

5. Jung kauft Alt – Programm für Familien

Das KfW-Programm 308 unterstützt junge Familien beim Kauf älterer Bestandsimmobilien:

Konditionen: Familien mit Kindern erhalten zinsgünstige Kredite von 100.000 bis 150.000 € für den Kauf eines Altbaus mit Energieeffizienzklasse F, G oder H. Die Immobilie muss innerhalb von 54 Monaten mindestens zum Effizienzhaus 85 EE saniert werden.

Verbesserung seit Oktober 2025: Statt einer Sanierung auf Effizienzhaus 70 EE genügt jetzt der weniger aufwendige Standard Effizienzhaus 85 EE. Gleichzeitig wurde der Zinssatz deutlich gesenkt – auf nur 1,12% bei 35 Jahren Laufzeit und 10-jähriger Zinsbindung.

Einkommensgrenze: Maximal 90.000 € zu versteuerndes Haushaltseinkommen bei einem Kind, plus 10.000 € je weiterem Kind.

Warum Sie jetzt handeln sollten – drei dringende Gründe

Grund 1: EU-Gebäuderichtlinie bringt neue Pflichten

Die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) muss bis zum 29. Mai 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) – der Nachfolger des bisherigen „Heizungsgesetzes" – soll bis Ende Februar 2026 als Kabinettsbeschluss vorliegen. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel zu den Auswirkungen der GEG-Novelle 2025.

Was kommt auf Hausbesitzer zu:

Die neue EU-weit einheitliche Energieausweis-Skala von A bis G ersetzt das bisherige deutsche System. Wohngebäude müssen ihren Primärenergieverbrauch bis 2030 um 16% und bis 2035 um 20–22% gegenüber 2020 senken. Die Vorlagepflicht für Energieausweise wird erweitert – auch bei Mietvertragsverlängerungen und größeren Renovierungen. Ab Ende 2026 gilt zudem eine Solarpflicht für neue öffentliche Gebäude und Nichtwohngebäude über 250 m².

Fazit: Wer jetzt saniert, erfüllt kommende Anforderungen proaktiv und profitiert noch von den aktuellen (höheren) Fördersätzen.

Grund 2: CO₂-Preis steigt weiter

Ab 2026 wird der CO₂-Preis nicht mehr staatlich festgelegt, sondern durch Versteigerung von Zertifikaten gebildet – in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne.

Konkrete Auswirkungen auf Heizkosten:

EnergieträgerMehrkosten 2026Beispiel Einfamilienhaus
Erdgasbis +0,2 Ct/kWh+240–400 €/Jahr (20.000 kWh)
Heizölbis +20,7 Ct/Liter+300–500 €/Jahr (2.000 Liter)

Gleichzeitig sinken die Stromkosten 2026 durch niedrigere Netzentgelte und den Wegfall der Gasspeicherumlage. Das macht den Umstieg auf Wärmepumpen und Photovoltaik wirtschaftlich noch attraktiver – besonders in der Kombination von Solaranlage und Wärmepumpe.

Grund 3: Förderbedingungen werden sich verschlechtern

Experten sind sich einig: Die aktuellen Konditionen sind eine einmalige Chance. Die Förderbedingungen werden sich eher verschlechtern als verbessern – durch Budgetkürzungen, mögliche Programmänderungen und steigende Nachfrage bei sinkendem Budget.

Die Gespräche der Bundesregierung zur Reform der Förderprogramme dauern an. Was sich wann genau ändert, ist noch nicht final entschieden. Aber eines steht fest: Wer jetzt handelt, sichert sich die bestehenden Konditionen.

Rechenbeispiel: So viel können Sie sparen

Beispiel 1: Dachsanierung mit Dämmung

PositionBetrag
Dachsanierung inkl. Dämmung (150 m²)45.000 €
BAFA-Zuschuss mit iSFP (20%)-9.000 €
Eigenanteil36.000 €
Jährliche Heizkosten-Ersparnisca. 1.200 €

Beispiel 2: Heizungstausch Öl → Wärmepumpe

PositionBetrag
Wärmepumpe inkl. Installation35.000 €
KfW-Zuschuss (30% Basis + 20% Klima)-17.500 €
Eigenanteil17.500 €
Jährliche Heizkosten-Ersparnisca. 1.500 €
Vermiedene CO₂-Kosten (steigend)ca. 400 €/Jahr

Beispiel 3: Komplett-Paket Dach + Solar + Heizung

PositionBetrag
Dachsanierung + Dämmung45.000 €
PV-Anlage 10 kWp + Speicher22.000 €
Wärmepumpe35.000 €
Gesamtinvestition102.000 €
Förderungen kombiniert-32.500 €
Eigenanteil69.500 €
Jährliche Gesamtersparnisca. 4.000 €

Checkliste: Förderung richtig beantragen

Vor der Maßnahme:

  • Energieberater beauftragen (wird gefördert!)
  • Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen
  • Optimale Förderstrategie festlegen (KfW, BAFA oder Steuerbonus)
  • Förderantrag stellen vor Auftragsvergabe
  • Handwerkerangebote einholen und auf Förderfähigkeit prüfen lassen

Während der Maßnahme:

  • Energieberater als Baubegleiter einbinden
  • Alle Nachweise und Rechnungen dokumentieren
  • Technische Mindestanforderungen einhalten

Nach der Maßnahme:

  • Fertigstellungsanzeige beim Fördergeber
  • Verwendungsnachweis einreichen
  • Energieausweis aktualisieren lassen

Fazit

Die Förderlandschaft 2026 befindet sich im Umbruch: Budgetkürzungen, neue EU-Vorgaben und steigende CO₂-Kosten verändern die Rahmenbedingungen grundlegend. Die gute Nachricht: Wer jetzt handelt, kann noch von den aktuell hervorragenden Förderkonditionen profitieren – bis zu 70% beim Heizungstausch, bis zu 20% bei Einzelmaßnahmen wie Dachdämmung und attraktive Kredite für Komplettsanierungen.

Warten lohnt sich nicht. Die Budgets sind endlich, die Konditionen werden sich verschlechtern, und die neuen Pflichten durch die EU-Gebäuderichtlinie kommen so oder so. Nutzen Sie die aktuelle Situation als Chance.

Bauwerkstatt: Ihr Förderlotse in Nürnberg

Als zertifizierte Energieberater und Meisterbetrieb begleiten wir Sie durch den gesamten Förderprozess:

  • Kostenlose Erstberatung: Wir analysieren Ihr Gebäude und Ihre Möglichkeiten
  • Förder-Kombinator: Unser Online-Tool findet die optimale Förderkombination für Ihr Projekt
  • Energie-Check: Kostenlos und ohne Registrierung – sofort wissen, wo Sie stehen
  • Antragstellung: Wir übernehmen die komplette Förderabwicklung mit BAFA und KfW
  • Baubegleitung: Qualitätssicherung bis zur Auszahlung des Zuschusses

Ob Dachsanierung, Heizungstausch, Solar oder Komplettsanierung – wir sorgen dafür, dass Sie keinen Euro Förderung verschenken.

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Quellen

Bauwerkstatt Redaktion

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Das Redaktionsteam der Bauwerkstatt bündelt die Expertise unserer Fachleute aus den Bereichen Dach, Fassade, Solar und Innenausbau.

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