Energieberater erstellt individuellen Sanierungsfahrplan für ein Einfamilienhaus
Was ist der iSFP – und warum ist er 2026 wichtiger denn je?
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein standardisiertes Beratungsdokument, das ein zugelassener Energieberater auf Basis einer Vor-Ort-Begehung für Ihr Gebäude erstellt. Er zeigt, in welchen Schritten und in welcher Reihenfolge eine energetische Sanierung sinnvoll durchgeführt werden kann – abgestimmt auf Ihren Gebäudetyp, Ihren Geldbeutel und Ihre persönliche Lebenssituation.
2026 gewinnt der iSFP erheblich an Bedeutung: Angesichts sinkender Förderbudgets und gleichzeitig steigender CO₂-Abgaben auf Öl und Gas (seit Januar 2026 bei 55 €/Tonne) ist strategisches Vorgehen bei der Sanierung gefragter denn je. Der iSFP ist das Werkzeug dafür.
Der iSFP-Bonus: Wie viel Geld bringt er konkret?
Der wichtigste finanzielle Vorteil des iSFP ist der sogenannte iSFP-Bonus: Wer eine BEG-Einzelmaßnahme umsetzt, für die er einen gültigen iSFP vorweisen kann, erhält 5 Prozentpunkte mehr Förderung als ohne Fahrplan.
Beispielrechnung: Dachsanierung
| Posten | Ohne iSFP | Mit iSFP |
|---|---|---|
| Sanierungskosten | 45.000 € | 45.000 € |
| Fördersatz BEG EM | 15% | 20% |
| Zuschuss | 6.750 € | 9.000 € |
| Eigenanteil | 38.250 € | 36.000 € |
| Ersparnis durch iSFP | – | 2.250 € |
Der Bonus gilt für jede Einzelmaßnahme, die im gültigen iSFP dokumentiert ist – also für Dachdämmung, Fassadendämmung, Fenstererneuerung, Heizungstausch und weitere. Wer zum Beispiel in drei Schritten saniert, spart drei Mal den Bonus.
Beispiel mehrstufige Sanierung
Ein Hausbesitzer in Fürth saniert sein Gebäude in drei Etappen über 8 Jahre:
- 2026: Dachsanierung, Kosten 45.000 € → iSFP-Bonus 2.250 €
- 2029: Fassadendämmung, Kosten 35.000 € → iSFP-Bonus 1.750 €
- 2032: Heizungstausch, Kosten 25.000 € → iSFP-Bonus 1.250 €
Summe der Boni durch iSFP: 5.250 € Kosten iSFP (Eigenanteil): ca. 350 € Nettovorteil: rund 4.900 €
Was enthält ein iSFP?
Ein iSFP nach dem offiziellen BAFA-Standard umfasst folgende Bestandteile:
1. Gebäudesteckbrief und Ist-Zustand
- Baujahr, Gebäudetyp, Wohnfläche, Anzahl Wohneinheiten
- Aktuelle Heizungsanlage und Energieträger
- Zustand von Dach, Fassade, Fenstern, Keller und Haustechnik
- Aktueller Energieverbrauch und Energieeffizienzklasse
2. Maßnahmenempfehlungen in Paketen
Der Energieberater schlägt typischerweise zwei oder drei aufeinander aufbauende Sanierungspakete vor – von einer moderaten Basisverbesserung bis hin zur Vollsanierung auf Effizienzhaus-Niveau. Jedes Paket enthält:
- Welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge
- Erwartete Energieeinsparung in kWh und €
- Grobe Kostenschätzung
- Erreichbare Energieeffizienzklasse nach Umsetzung
3. Sanierungsfahrplan-Tabelle
Eine übersichtliche Zeitachse zeigt, wann welche Maßnahme sinnvoll umgesetzt werden kann. Der Fahrplan ist flexibel: Sie entscheiden, in welchem Tempo Sie vorgehen – der iSFP bleibt 15 Jahre lang gültig.
4. Fördermittelübersicht
Eine Zusammenfassung der für Ihr Gebäude relevanten Förderprogramme auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene.
5. Maßnahmendatenblätter
Für jede empfohlene Maßnahme gibt es ein Einzelblatt mit technischen Mindestanforderungen, Fördervoraussetzungen und Umsetzungshinweisen – praktisch als Checkliste bei der Auftragserteilung an den Fachbetrieb.
Wer erstellt den iSFP – und was kostet er?
Zugelassene Energieberater
Nur Energieberater, die in der Expertenliste für Förderprogramme des Bundes (Energieeffizienz-Expertenliste) eingetragen sind, dürfen einen offiziellen iSFP erstellen, der zum BAFA-Bonus berechtigt. Diese Liste finden Sie unter www.energie-effizienz-experten.de.
In Franken gibt es eine gute Versorgung mit zugelassenen Beratern. Auf Wunsch vermittelt Bauwerkstatt geprüfte Partner in Ihrer Region.
Kosten und Förderung der Beratung selbst
| Position | Wert |
|---|---|
| Typische Beratungskosten (iSFP) | 1.000–2.000 € |
| BAFA-Förderung Energieberatung | 80% des Honorars |
| Maximale Förderung (EFH) | 1.300 € |
| Typischer Eigenanteil | 200–400 € |
Die Bundesförderung für Energieberatung wird direkt über BAFA beantragt – ebenfalls vor der Beauftragung des Energieberaters. Der Eigenanteil ist in den meisten Fällen so gering, dass er durch den ersten iSFP-Bonus bei der anschließenden Sanierungsmaßnahme mehr als kompensiert wird.
Für wen lohnt sich der iSFP besonders?
Klares Ja: Diese Eigentümer sollten jetzt handeln
Eigentümer mit konkreten Sanierungsplänen Wenn Sie in den nächsten 5 Jahren mindestens eine energetische Maßnahme planen (Dach, Fassade, Heizung, Fenster), ist der iSFP fast immer wirtschaftlich. Der Bonus übersteigt die Eigenkosten der Beratung regelmäßig bereits bei einer einzigen Maßnahme.
Eigentümer von Gebäuden der Baujahre 1950–1990 Gerade Häuser aus dieser Epoche weisen oft mehrere Schwachstellen auf. Der iSFP hilft, die richtige Reihenfolge zu finden – und verhindert teure Fehler (z.B. neues Heizsystem, das durch schlechte Dämmung ineffizient bleibt).
Vermieter mit langfristiger Bestandsstrategie Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) – deren Umsetzung im Rahmen der GEG-Novelle erfolgt – schreibt vor, dass bis 2033 alle Mietwohngebäude mindestens Energieeffizienzklasse D erreichen müssen. Ein iSFP hilft, den Weg dorthin strukturiert zu planen.
Eigentümer mit Finanzierungsbedarf über KfW Wer für eine umfassende Sanierung einen KfW-Kredit (BEG WG, KfW 261) anstrebt, braucht in der Regel eine Bestätigung eines Energieeffizienz-Experten – der iSFP ist hier der ideale Ausgangspunkt.
Abwägung notwendig: Diese Fälle sind weniger eindeutig
Gut gedämmte Gebäude ab Baujahr 2000 Wenn Ihr Haus bereits nach modernen Standards gebaut wurde und keine wesentlichen Mängel aufweist, ist der Nutzen eines iSFP geringer. Ein einfacher Energieausweis genügt hier oft.
Kurzfristige Sanierung ohne weitere Folgemaßnahmen Wer nur eine einzige kleine Maßnahme plant und keine weiteren Schritte absehen kann, sollte die Kosten-Nutzen-Rechnung individuell prüfen. Für eine Einzelmaßnahme wie den Austausch der Eingangstür rechnet sich der iSFP meist nicht.
iSFP vs. Energieausweis: Was ist der Unterschied?
Ein häufiges Missverständnis: Der Energieausweis und der iSFP sind zwei völlig verschiedene Dokumente.
| Merkmal | Energieausweis | iSFP |
|---|---|---|
| Pflicht | Bei Verkauf/Vermietung | Freiwillig |
| Inhalt | Kennwert (kWh/m²a) | Konkreter Maßnahmenplan |
| Grundlage | Berechnung oder Verbrauch | Vor-Ort-Begehung |
| Förderzugang | Nein | Ja (iSFP-Bonus) |
| Gültigkeit | 10 Jahre | 15 Jahre |
| Typische Kosten | 100–300 € | 1.000–2.000 € |
Der Energieausweis sagt Ihnen, wie energetisch Ihr Haus aufgestellt ist. Der iSFP sagt Ihnen, was Sie konkret tun können – und in welcher Reihenfolge das am sinnvollsten ist.
Häufige Fragen zum iSFP
Muss ich alle empfohlenen Maßnahmen umsetzen?
Nein. Der iSFP ist kein verbindlicher Vertrag. Er stellt einen optimalen Weg dar, den Sie in Ihrem eigenen Tempo und nach Ihren Möglichkeiten gehen können. Sie können auch nur einzelne Pakete oder einzelne Maßnahmen umsetzen und trotzdem den Bonus erhalten.
Kann ich den iSFP auch für ältere Sanierungsmaßnahmen nutzen?
Nein. Der iSFP-Bonus gilt nur für Maßnahmen, die nach Ausstellung des Fahrplans durchgeführt werden. Bereits abgeschlossene Projekte können nicht nachträglich einbezogen werden.
Was passiert, wenn der iSFP 15 Jahre alt ist?
Ein abgelaufener iSFP kann durch einen neuen ersetzt werden. Da die Förderprogramme und Ihr Gebäudezustand sich über die Zeit verändern, ist eine Aktualisierung nach 10–15 Jahren ohnehin sinnvoll.
Kann ich den iSFP selbst erstellen?
Nein. Nur ein Energieeffizienz-Experte aus der BAFA-Expertenliste darf einen förderfähigen iSFP ausstellen. Eigenarbeit ist nicht möglich.
So gehen Sie vor: Schritt für Schritt zum iSFP
- Energieberater beauftragen: Suche über die Expertenliste oder Vermittlung durch Bauwerkstatt
- BAFA-Förderantrag stellen: Antrag auf Energieberatungsförderung vor der Beauftragung einreichen (online unter bafa.de)
- Vor-Ort-Begehung: Energieberater besichtigt Ihr Gebäude, ca. 2–3 Stunden
- Auswertung und Bericht: Erstellung des iSFP-Dokuments, ca. 2–4 Wochen
- Beratungsgespräch: Durchsprache des Fahrplans, Klärung von Fragen, Festlegen erster Prioritäten
- iSFP nutzen: Bei der ersten Sanierungsmaßnahme als Nachweisdokument für den BAFA-Bonus einreichen
Fazit: Der iSFP ist fast immer eine gute Investition
Für Hausbesitzer in Franken, die ihr Gebäude in den nächsten Jahren energetisch verbessern wollen, rechnet sich der iSFP in den meisten Fällen eindeutig. Die niedrigen Eigenkosten nach Förderung, kombiniert mit dem dauerhaften 5%-Bonus auf alle Folgemaßnahmen, machen ihn zu einem der effizientesten Förderhebel im deutschen Sanierungssystem.
Bauwerkstatt: Energieberatung aus einer Hand
Wir vermitteln Ihnen zertifizierte Energieberater in Ihrer Region, begleiten den Förderantragsprozess und koordinieren die anschließende Umsetzung der empfohlenen Sanierungsmaßnahmen:
- Vermittlung geprüfter Energieeffizienz-Experten in Mittelfranken und Oberfranken
- Unterstützung beim BAFA-Förderantrag für die Energieberatung
- Durchsprache des iSFP und Priorisierung von Maßnahmen
- Angebote von Fachbetrieben auf Basis der iSFP-Vorgaben
- Förderantragsstellung für BEG-Einzelmaßnahmen mit iSFP-Bonus
Jetzt Beratungstermin vereinbaren und erfahren Sie, wie viel der iSFP-Bonus bei Ihrer geplanten Sanierung konkret einspart.
